Zweite Rett-Freizeit in Lam (18.08. - 24.08.2019)


Photo: privat
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Es ist Sonntagmorgen und eine freudige Anspannung liegt in der Luft! Denn heute geht es wieder los – die Rett-Freizeit 2019!

Jeder Betreuer wartet schon gespannt auf sein Mädchen und deren Familie, um sich kennen zu lernen.

 

Als erstes biegt Maja mit ihrer Familie um die Ecke – sie ist schon oft dabei gewesen und begrüßt auch gleich ihre Betreuerin Julia. Schon seit vielen Jahren sind die beiden ein echtes Dreamteam. Doch eigentlich ist Maja gar nicht die Erste – denn Jordana ist mit ihrer Mutter schon am Abend zuvor angereist und hat auch gleich ihre Betreuerin Eva mitgebracht. Nach und nach trudeln alle Mädchen ein und bald wuselt es im Hotel „zum Hirschen“ im Bayerischen Wald nur noch so umher: Koffer, Rollstühle, Lagerungskissen und Tobiis werden hereingetragen und die Zimmer bezogen. Wem welches Zimmer gehört, erkennt man an den bunten Türschildern der Mädchen, die die Betreuer bereits am Samstagabend mit viel Liebe gemalt oder gebastelt haben. Am Mittag kommt auch die letzte Teilnehmerin an – Laura. Und so kann ihre Betreuerin Hannah auch erleichtert aufatmen und schnell mit dem Auspacken beginnen.

 

Nachdem alle Zimmer bezogen sind, geht es zu einem gemeinsamen Spaziergang um den Teich im hoteleigenen Park. Dort machen alle gemeinsam Halt, um eine Vorstellungsrunde zu machen. Doch Frida hat eine andere Idee! Mit einem lauten Platsch läuft sie ab in den Teich und ihr Betreuer Luca kann sie noch schnell von einem Ganzkörperbad abhalten. Also werden kurzerhand die Schuhe ausgezogen und die Vorstellungsrunde mit den Füßen im Teich vorgenommen. Die diesjährige Truppe besteht aus Heidy, Sandra, Carina und Barbara, Ella und Gerlinde, Emma und Barbara, Frida und Luca, Hannah und Joachim, Johanna und Tim, Jordana und Eva, Laura und Hannah, Lea und Elena, Maja und Julia.

 

Der Montag beginnt mit wenig gutem Wetter. Dafür aber mit guter Laune! Gut ausgeschlafen trifft man sich beim Frühstück im Gemeinschaftsraum und startet gemütlich in den Tag. Während heute ein paar Mädels das hoteleigene Schwimmbad inklusive Sauna und Dampfbad erkunden, macht sich die erste Gruppe auf den Weg zum Reiterhof zur Hippotherapie. Als erstes steigt Johanna aus Pferd und zeigt den anderen, wie es geht. Hannah, die als nächstes dran ist, kuschelt sich nach ein paar Runden noch ganz nah an unser Therapiepferd Chayenne. Danach ist Emma dran, die auch ganz unerschrocken aufs Pferd steigt, obwohl sie eine der jüngsten Mädels auf der diesjährigen Freizeit ist.

 

Der Dienstag begrüßt die Gruppe mit Regen. Ein paar Unerschrockene finden sich jedoch und fahren nach Arnbruck ins Glasdorf. Während sich Lea, Jordana, Johanna mit Tim, Elena, Heidy und Eva lieber im Inneren aufhalten, um sich die Glaskunstwerke anzusehen, ziehen Frida, Maja und Emma mit Luca, Julia und Barbara trotz des Regens durch den Glaspark. Die wasserscheue Gruppe zieht es nach einer Privatvorführung eines Glasbläsers noch in das Café, wo es für alle Kuchen und heiße Schokolade gibt. Danach treffen sich alle wieder und machen sich gemeinsam auf den Heimweg nach Lam, wo auch schon bald das Abendessen ruft.

 

Die Zuhausegebliebenen haben mehr Glück mit ihrem Besuch des Glasdorfs, den sie am Mittwoch antreten. Denn heute scheint fröhlich die Sonne. Bereits am Vormittag machen sich Laura, Maja, Carina, Ella und Hannah mit Joachim, Hannah, Sandra, Barbara und Gerlinde auf den Weg. Dank des guten Wetters kann die Gruppe einen ausgiebigen Spaziergang durch den Park machen, was allen sichtlich gut gefällt. Doch auch die anderen Mädels suchen sich eine sportliche Aktivität für den Vormittag: Emma, Frida und Johanna schnappen ich ihre Betreuer und starten zu Fuß oder mit Buggys und Rollstühlen Richtung Arrach. Ein ganz schönes Stück! Die ganzen 5km laufen und fahren sie nach Arrach und natürlich auch wieder zurück. Unterwegs darf ein Halt auf einem Spielplatz nicht fehlen! Nach dieser Wanderung braucht der ein oder andere Betreuer erst mal ein Päuschen. Zum Glück ist gerade Mittagessenszeit! Auch die Glasdorfgruppe ist wieder zurück.

 

Am Nachmittag steht für eine zweite Gruppe Reiten auf dem Programm. Heute gehen Frida, Maja, Lea und Jordana mit. In der Halle angekommen zeigt sich das ein oder andere Mädchen heute eher schüchtern. Doch Maja, die sogar ihren eigenen Helm dabei hat, zeigt sich furchtlos und steigt als erste aufs Pferd. Als nächstes ist Frida an der Reihe. Sie begutachtet das Pferd mit Luca allerdings erst mal von unten und zögert noch etwas, was das Aufsteigen angeht. Doch als sie dann oben sitzt, kann sie sich das ein oder andere Lächeln nicht verkneifen. Schließlich ist sie mit Helm auf dem Kopf und Luca und Julia an ihrer Seite super gesichert! Auch Lea ist noch ein wenig schüchtern und senkt den Kopf. Doch auch ihr ist die Freude auf dem Pferd anzusehen, als sie dann schließlich auf dessen Rücken sitzt. Auch später noch strahlt sie übers ganze Gesicht. Als letztes darf Jordana aufsitzen. Luca, Julia und Eva helfen dabei uns schon nach wenigen Sekunden auf dem Pferd sind die sonst angewinkelten Beine verdächtig lang gestreckt. Zwar wurde ausgemacht, dass das Pferd mit Jordana nur stehen und nicht wie bei den anderen Mädels durch die Reithalle seine Runden drehen sollte, doch Chayenne hat seinen eigenen Plan und läuft ohne Vorwarnung zwei Schritte nach vorn. Huch! Da erschreckt sich die Reiterin dann doch ein wenig und möchte von dem großen Tier absteigen. Doch zurück in ihrem Rolli ist auch Jordana ein stolzes Lächeln anzusehen.

 

Am Donnerstag steht für alle Mädels Schwimmen auf dem Programm. Denn heute gibt es etwas Besonderes für uns: Michaela kommt zu uns. Sie ist Ergotherapeutin und zeigt uns einiges im Wasser und an Land. Besonders die Trockenübungen und Handmassagen bringen die Mädels zum Strahlen – und die ein oder andere auch zum Schlafen… So entspannend ist das also! Im Wasser herrscht da mehr Action! Vor allem bei den Wasserratten Maja, Johanna und Carina, die wild im Wasser plantschen und um sich spritzen und dabei um die Wette lachen. Doch auch den anderen gefällt es im kühlen Nass gut. Wem das Wasser zu kalt ist, nutzt hinterher einfach das Dampfbad, das extra für uns angeheizt wird – wie etwa Laura und Hannah, die hier super entspannen können. Joachim verlängert das Entspannungsprogramm noch ein wenig und packt kurzerhand für Hannah den Nagellack aus. Auch Luca und Frida sind dabei und so haben nach wenigen Minuten alle vier eine Gesichtsmaske aufgelegt. Am Abend steht dann für alle noch das obligatorische Gruppenfoto an. Nach solch einem Bade- und Wellnesstag bietet sich das natürlich an!

 

Der letzte volle Tag ist der Freitag. Die Woche ging schon wieder viel zu schnell vorbei! Doch heute steht noch einiges auf dem Programm! Am Vormittag macht sich ein Teil der Gruppe auf, um mit der Bahn von Lam aus eine Fahrt ins Blaue zu machen. Bis nach Cham schaffen es Frida, Luca, Johanna und Tim und sind sogar pünktlich zum Reiten wieder zurück in Lam. Zur letzten Hippotherapie fahren heute Laura, Johanna, Hannah und Ella mit ihren Begleitern. Als erstes darf Laura aufs Pferd, denn sie war als Einzige noch nicht beim Reiten dabei. Auch sie ist zunächst ein wenig zurückhaltend dem Pferd gegenüber. Zum Glück ist Hannah dabei, die mit ihr gemeinsam das Pferd streichelt. Da muss Laura dann doch lächeln und so geht es mit ein wenig Schwung aufs Pferd. Auch hier strahlt Laura die ganze Zeit bis über beide Ohren. Danach sind die Pferdenarren Johanna, Ella und Hannah dran, die heute sogar ein zweites Mal zum Reiten mitfahren konnten.

 

Am Nachmittag begibt sich eine kleine Gruppe noch auf den Weg zum Lamer Marktplatz. Man könnte es auch einen Anstieg nennen, denn bei gerade mal 800m Fußweg sind es ganze 50m Höhenunterschied vom Hotel „Zum Hirschen“. Doch ein paar der Mädels waren am Anfang der Woche schon oben und sprachen die ein oder andere Empfehlung aus und so muss der Berg am Ende der Woche doch noch erklommen werden. Als Belohnung gibt es auf dem Marktplatz angekommen noch ein Eis.

 

Der Samstag kommt schneller als man schauen kann. Ratzfatz sind auch schon die ersten Eltern da. Wie vor knapp einer Woche wuselt es bald nur noch so. Rollstühle, Koffer und anderes Gepäck wird wieder aus dem Hotel in die Autos getragen und auch das Sanitätshaus kommt vorbei, um die geliehenen Pflegebetten abzubauen und abzuholen. Nach und nach leert sich der Gruppenraum und bald sind alle Familien wieder auf dem Heimweg. Das Begleiter-Team setzt sich zu einer letzten kurzen Besprechung um den nun leer gewordenen Gruppentisch und zieht ein Resümee der letzten Woche. Doch auch für die Betreuer heißt es dann Abschied nehmen. Ein letztes „Tschüss“, eine letzte Umarmung. Und ein Satz fällt besonders häufig:

 

„Bis zum nächsten Jahr!“

 

 


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